TSF-W
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Unser neues TSF-W

Seit Sommer 2006 beschäftigen wir uns mit der Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges als Ersatz für unser LF 8 - LO 2001. Der LO ist Baujahr 1974 und hat dementsprechend schon einiges erlebt, so das wir uns Gedanken um ein neues Einsatzfahrzeug machen mussten.
Wir überlegten was es für eine taktische Variante sein sollte, einigten uns nach der Erstellung der Risikoanalyse, vielen Gesprächen und dem Einsatz von einigem Hirnschmalz auf eine zur damaligen Zeit aktuelle Variante LF 1, was ja später dann in Staffel-Löschfahrzeug umbenannt wurde.
Es folgten Gespräche mit einigen Hersteller die wir zu uns eingeladen hatten über die Machbarkeit unserer Vorstellungen und mit der Bitte um Erstellung von Informationsangeboten. In diesen Gesprächen im Jahr 2006 kristallisierte sich dann die Variante eines TSF-W für uns heraus. Die Angebote und unsere Vorstellungen verwendeten wir dann zur Erstellung eines Fördermittelantrages, für eben solch ein TSF-W, erstmalig für 2007. Dieser Antrag wurde im November 2007 mit folgendem Wortlaut abgelehnt: "Ihren Antrag auf Gewährung einer Zuwendung lehne ich ab. Nach Aufstellung der Prioritätenliste hat sich ergeben, dass die Haushaltsmittel für die Förderung Ihres Projektes nicht ausreichen. Der Antrag wird deshalb abgelehnt."
Es wurde ein weiterer Antrag im März 2008 gestellt. Der wurde im April 2009 mit demselben Wortlaut abgelehnt.
Wir hatten uns natürlich auch über einen Zeitplan bis zur Realisierung des neuen Fahrzeuges Gedanken gemacht. Eine dreimalige Fördermittelablehnung war eingeplant, aber dann sollte es schon was werden. Zumal die Zeit gegen unseren LO sprach.
Aber es kam ganz anders. Durch die Gemeindegebietsreform wird unsere Gemeinde ab 01.01.2011 zwangseingemeindet und kann dann keine eigenständig Entscheidungen mehr treffen. Wir standen in Zugzwang - eine Entscheidung mußte getroffen werden wie die Anschaffung des neuen Fahrzeuges durchgeführt wird. Da wir der Unterstützung des Gemeinderates gewiß waren, blieb nur eine Möglichkeit:
am 12. Juni 2009 beschloß der Gemeinderat mehrheitlich die Anschaffung eines TSF-W aus eigenen Mitteln zur Sicherstellung des Brandschutzes in der Gemeinde Domnitz für die nächste Zukunft.
Das war ein richtiger und notwendiger Schritt. Denn nur durch die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft einer Feuerwehr ist der Brandschutz und die Sicherheit der Einwohner in einer Gemeinde gewährleistet.
Jetzt waren wir wieder an der Reihe. Ein Ausschreibungstext wurde erarbeitet und die VG Saalkreis-Nord veröffentlichte die Ausschreibung im Herbst 2009.
Der Gemeinderat beschloß daraufhin in seiner Sitzung am 18. Januar 2010 mehrheitlich die Vergabe des TSF-W an die
Brandschutz-Technik Schlichtiger GmbH & Co.KG aus Magdeburg.
Jetzt ging es richtig los und wir waren froh, dass endlich der Bau unseres neuen Fahrzeuges beginnen konnte.
Es wird ein TSF-W auf Fahrgestell MAN TGL 8.180 4x2 mit Doppelkabine und 180 PS Dieselmotor in Anlehnung an die DIN 14530 Teil 17. Der Aufbau wird realisiert durch ABREX Geräte- und Anlagenbau GmbH in Charlottenthal bei Güstrow.

Wesentliche technisch-taktische Merkmale sind:
 

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Hochdrucklöschgerät "Oertzen" HDL 170, 1-Zylinder Viertakt-Benzinmotor mit 13 PS, entnehmbar, 60 m Hochdruck-Schlauch, Schaumzumischung
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Beleuchtungsmast Zero 04 mit 2 x 24 V-Xenonscheinwerfer a 150 W mit drehbarer Basis und an das Fahrzeugdruckluftsystem angeschlossen
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hydraulischer Rettungssatz "Holmatro" mit Hydraulik-Duo-Kompaktaggregat DPU 31 PC und Kombigerät CT 4150 C
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750 Liter Wassertank
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TS "Jöhstadt" ZL 1500
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Stromerzeuger "BSKA 5 für separaten Beleuchtungsmast
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vier Atemschutzgeräte auf ausziehbarem Schlitten
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begehbares Dach mit vier Steckleiterteilen
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Großvolumiger Dachlautsprecher mit Mikrophon im Fahrerhaus
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weitere feuerwehrtechnische Standard-Beladung

 
Zu einer ersten Baubesprechung trafen wir uns am 10. April bei ABREX in Charlottenthal. Der Wehrleiter, fünf weitere Kameraden, der Feuerwehrverantwortliche der VG, Herr Schlichtiger und der GF des Aufbauherstellers Herr Dr. Kaeding besprachen vor Ort an einem ähnlichen Fahrzeug die Anordnung der feuerwehrtechnischen Beladung.
 


Baubesprechungstrupp
 


in der Montagehalle
 


dort soll die TS hin
 


Herr Dr. Kaeding bei Erläuterungen
 

Mittlerweile sind die ersten Aufbauzeichnungen fertig. So soll unser Neuer aussehen!
 


 


 
Zu einer weiteren Baubesprechung bzw. Bauendbesprechung fuhren wir am 18. September nochmals nach Charlottenthal. Vier Kameraden und Herr Schlichtiger trafen sich mit dem Juniorchef, Herrn Kaeding, vor Ort und klärten noch die letzten Details des Aufbaus. Fast alle Geräte und Teile die in bzw. an das TSF-W sollen sind da und Herr Kaeding hat uns versprochen, das wir das Fahrzeug am Tag der offenen Tore vom Bürgermeister übergeben bekommen. Jetzt wird es ernst - wir sollen unser neues Fahrzeug am 1. Oktober abholen...
 


der Besprechungstrupp etwas kleiner
 


das ist unseres
 


anpassen des Zubehörs
 


Hochdruckanlage
 


 


 


Leider konnte die Fahrzeugübergabe zum Tag der offenen Tore nicht stattfinden. Der Auslieferungstermin verschob sich auf den 23.10.2010

 

Am 23. Oktober war es dann soweit - Wehrleiter Uwe Franz und drei weitere Kameraden holten das Fahrzeug vom Hersteller ABREX in Charlottenthal ab.
8.00 Uhr ging's in Domnitz mit einem Mietwagen los. Pünktlich 11.00 Uhr waren wir vor Ort und begutachteten das zur Abholung bereitstehende Fahrzeug. Ein paar Kleinigkeiten waren noch zu erledigen: wir brachten Atemschutzgerät, Standrohr und Unterflur-hydrantenschlüssel mit - da wurden die Halterungen angepasst. Dann noch das Nummernschild und fertig war es.
Wir bekamen die Einweisung für das Fahrzeug, den Aufbau und die neuen Geräte; Fotos wurden in der Halle gemacht, Fotoshooting mit Fahrzeug für den Hersteller und Abschlußfoto vor der Werkhalle. Dann ging's endlich los - erst zur Tankstelle in Krakow, danach lecker Fischessen und dann auf die Autobahn Richtung Heimat.
Wir wechselten uns mit dem Fahren ab, so das wir vier Leute uns schon etwas an das TSF-W gewöhnen konnten. Ein paar Pausen wurden eingelegt und kurz vor 21.30 Uhr kam das neue Einsatzfahrzeug der Domnitzer Wehr an seinem Bestimmungsort an. Begeistert empfangen von den seit dem Nachmittag ausharrenden Kameradinnen und Kameraden, fördernden Mitgliedern der Wehr und natürlich Angehörigen des Gemeinderates um Bürgermeister Zarski lenkte Steffen Winter als letzter Fahrer das neue TSF-W zum Gerätehaus.
Sofort war das Fahrzeug umzingelt von Feuerwehrleuten und interessierten Bürgern - alle wollten sich unser neues Schmuckstück ansehen. Die neue Technik wurde begutachtet, viele Fragen gestellt und jeder wollte einmal hinterm Lenkrad sitzen.
Es dauerte eine ganze Weile bis alles erklärt und jeder genug Fotos geschossen hatte und wir unser neues TSF-W an seinen Platz in der Fahrzeughalle abstellen konnten.
Mit einem zünftigen Glas Sekt wurde dann auf das neue Fahrzeug zu fortgeschrittener Stunde angestoßen.

Am nächsten Morgen vervollständigten wir die Ausrüstung des TSF-W und am 30. Oktober fand dann in Anwesenheit von Bürgermeister Zarski und der Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft, Frau Klecar, die offizielle Übergabe des Fahrzeuges an die Domnitzer Feuerwehr statt.
Inzwischen mit aller Ausrüstung und dem Wappen der Gemeinde Domnitz versehen wurde es von Bürgermeister Zarski mit Handschlag an Wehrleiter Franz übergeben. Aus seiner Ansprache sei in Ausschnitten zitiert: „…Alle Ratsmitglieder der Gemeinde Domnitz sind der Auffassung, dass es an der technischen Ausstattung nicht fehlen darf, wenn Freiwillige diesem Ehrenamt einen sehr großen Teil ihrer Freizeit opfern, denn letztendlich geht es um das Wohl unserer Bürger. Jeder investierte Euro in eine gute Ausbildung und Ausrüstung ist positiv und zukunftsweisend angelegt, denn ohne die freiwilligen Helfer wäre es schlecht bestellt um die Gefahrenabwehr in unserer Gemeinde.“

Die erste Ausbildungsfahrt mit dem neuen Fahrzeug absolvierte gleich anschließend unsere Jugendfeuerwehr.

Den ersten Einsatz fuhren wir am 3. November: Tragehilfe in Rothenburg

Für uns hat nun ein  neuer Abschnitt begonnen: Ausbildung am neuen Fahrzeug parallel zum laufenden Einsatzgeschehen. Das ist Herausforderung und Bestätigung der bisher geleisteten Arbeit in einem. Und zugleich Bestätigung des in uns gesetzten Vertrauens durch den Gemeinderat und aller Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde.
 

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Tag der offenen Tore

 

 

 

 

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Stand:  28 November 2010